Frage: Was finden wir das wohl Coolste an diesem Ford 20 M RS? Ist es die perfekt geschnittene Coupé-Silhouette? Oder sind es die rassigen RS-Zusatzinstrumente in der Mittelkonsole? Oder die Tatsache, dass die Seitenverglasung pfostenlos ist? Vielleicht ist es auch das super-sexy Schiebedach, das im schwarzen Vinyldach integriert ist? Oder gar die zweiflutige Chromstahlauspuffanlage, die mit ihrem sonoren V6-Sound richtig Laune macht? Nein, das wirklich geile an diesem Ford 20 M RS ist das, was man nicht auf Bildern zeigen kann – das Fahren. Der Fahreindruck ist es, der alles Obengenannte noch übertrifft. Was dieser Antriebsstrang kann, ist zutiefst beeindruckend und absolut unerwartet. Der 2.3-Liter-V6 hängt ultradirekt am Gas und zieht durch wie eine Dampflok . Schneller als man es für möglich halten würde, ist Landstrassentempo erreicht. Doch von dort geht der Tacho einfach weiter und man muss auf der Hut sein, um nicht Gefahr zu laufen … na, Sie wissen schon. Die 4-Gang-Handschaltung ist ideal auf die Leistung abgestimmt. Das »Klack« wenn der Gang eingelegt wird, die kurzen, exakten Wege zwischen den Fahrstufen, das alles in Kombination mit dem drehmomentstarken und doch drehfreudigen Motor ist grosses Kino. Die Lenkung ist erstaunlich direkt übersetzt und lässt Kurventempi zu, die überraschen. Das Fahrwerk ist sportlicher Natur und gleichzeitig für längere Fahrten ausgelegt. Ein famoser Kompromiss, den die Ford-Ingenieure gefunden haben. Schade, haben wir dieses Auto erst jetzt entdeckt. Doch wen wundert’s? Pfostenlose 20 M RS Coupés sind eigentlich gar keine zu finden. Zumindest aktuell im Sommer 2026 scheint kein zweites Exemplar zum Verkauf ausgeschrieben zu sein – europaweit. Für uns ist das 20 M RS Coupé eine echte Offenbarung. Ein Sportcoupé, das im Schatten viel teurer Grand Tourismos der Sechzigerjahre steht und diesen dennoch in vielerlei Hinsicht überlegen ist. Selbst der Vergleich mit einem achtzylindrigen Ford Mustang braucht das Leichtgewicht nicht zu scheuen. Der 20 M macht gefühlt so ziemlich alles besser als das legendäre US-Pony. Ja, man glaubt es kaum, doch der 20 M RS wiegt leer nur 1085 Kilogramm. Selbst ein 69er Porsche 911 mit dem Zweiliter-Sechszylinder fährt dem 20 M RS nicht wirklich davon. Und jetzt kommen noch all die tollen Dinge, die eingangs erwähnt wurden: Keine B-Säule, dafür eine schnittige Coupé-Karosserie, ein manuelles Schiebedach, das im Vinyl integriert ist, drei Zusatzinstrumente für Zeit, Ladezustand und Öldruck, eine zweiflutige Chromstahlauspuffanlage, die dem V6 unter der Haube einen sonoren Bariton entlockt. Herrlich. RS bedeutet übrigens Rallye-Sport. Für Ford Köln waren diese Modelle der Einstieg in die Sportklasse. Und so kam es, dass Ford mit genau mit dem 20 M RS im Jahre 1969 die East African Safari gewonnen hat. Wenn wieder mal eines klar wird: Leistung und Fahrerlebnis waren und sind keine Frage der nominalen PS-Zahl, sondern eine Kombination von vielen Faktoren, die – falls schlau gewählt und richtig kombiniert – zusammen eine Verflechtungen vollziehen, deren Ergebnis stimmig ist, keine Fragen aufwirft und ganz einfach glücklich macht. Der Ford 20 M RS ist bis August 2028 als Veteran geprüft und sofort, ohne Einschränkung einsatzbereit.