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Unter den vielfältigen Lotus Super
Seven Derivaten gelten diejenigen von Donkervoort und Caterham als die
anerkanntesten und insbesondere der S8 wie es der hier Angebotene einer
ist, entspricht in seiner technisch und optischen Ausgestaltung noch
stark dem Original.
Wie wohl alle Super Seven Derivate
basieren auch die Donkys auf einem Rohrrahmen-Chassis welches von einer
knapp geschnitten Kunststoffhaut umgeben ist. Der Fahrzeugboden wird
mit Alu beplankt, darauf werden 2 Ledersitze befestigt und dann sind da
noch 4 überbreite Felgen Marke Revolution, ein Motor, ein Getriebe,
etwas Achse, Antrieb und Federung - fertig sind 600 kg Auto. Mehr ist
zuviel und Puristen würden schon die Kopfstützen, die Rollgurte und die
aufpreispflichtige Heizung als absolut unnötigen Luxus abtun. Nicht zu
unrecht, denn in der Tat ist die Sitzposition im Super Seven in etwa
gleich wie in einen Schraubstock eingespannt zu sein, was auch
notwendig ist, denn die Querbeschleunigungskräfte welche diese Autos
aufbauen - so denn ein geübter Fahrer am Desserteller-grossen Lenkrad
dreht - sind legendär und unerbittlich. Einmal mehr hier wieder die
Metapher vom Go-Cart Gefühl, denn kein anderes, uns bekanntes Fahrzeug
lenkt so direkt ein, verfügt über einen so tiefen Schwerpunkt und
gleichzeitig über eine - im Verhältnis zu den restlichen Abmessungen -
derart breite Spur wie ein Super Seven.
Das Fahren in solchen
Autos gehört zum Ultimativsten das auf auf 4 Rädern erlebt werden kann.
Das bezieht sich nicht nur auf das direkte Lenkverhalten oder die harte
aber ehrliche Art Unebenheiten der Strasse an Fahrer und BeifahrerIn
weiterzugeben, sondern auch auf den Eindruck ab Tempo 80 irgendwie
nicht mehr richtig atmen zu können, denn der Fahrtwind, wohl von der
kleinen Windschutzscheibe gut verwirbelt, zwängt sich ab
Landstrassengeschwindigkeit relativ ungehemmt und in spontan
auftretenden Böen ins Cockpit und verursacht dort einen lustigen
Umkehrstrudel, so dass einem im wahrsten Sinne des Wortes der Atem
wegbleibt. Doch genau hier beginnt der Spass, vor allem im Winter...
dick eingepackt mit Lederhaube, Fliegerbrille und langer Unterhose -
diese selbstverständlich unter dem normalen Beinkleid - kann man sich
wieder mal so richtig kindisch fühlen. Man wählt einen ruhigen,
trockenen Sonntagmorgen, sucht sich Strassen der 3. Ordnung aus,
rechnet genügend Zeit ein - am besten gibt man zu Hause auch keinen
konkreten Rückkehrtermin an - und schon ist ein Tag voller Wonne so
sicher wie Zopf und Gipfeli zu Hause auf dem Frühstückstisch. Sie haben
die Wahl!
Ein solches Fahrzeug ist nicht alltagstauglich, da
soll sich niemand falsche Vorstellungen machen. Ein Super Seven ist
Spielzeug, Zweit, Dritt- oder Viertwagen, Sportgerät und was auch immer
der Besitzer hinein projeziert - in jedem Fall aber ein feine Sache.
Alles ist überschaubar, leicht, verständlich und auch zu sehen, nichts
bleibt verborgen und irgendwie hat man immer das Gefühl den Seven
anfassen zu wollen.
Und nun noch einige Infos zur Technik. Das
Fahrwerk mit sauber konstruierter Vorderachse stammt von Donkervoort
selbst und ist ein bewährtes Stück Ingenieurschaffen, der Motor des S8
kommt von Ford, ein 2 Liter OHC Triebwerk von einem klassischen
Weber-Doppel beatmet. Die rund 118 PS haben leichtestes Spiel mit den
600 kg Leergewicht und dank der ultrazackigen 5-Gang Schaltung ist die
Beschleunigung mehr als beeindruckend, auch wenn es nominal nicht so
aussieht. Die Fahrleistungen entsprechen in etwa denjenigen eines
Porsche Carrera RS (1973, Touring Ausführung, 210 PS bei 1100 kg). Die
vier-in-eins Auspuffanlage verkündet übrigens relativ ungehemmt aber
selbstverständlich eingetragen von den Freuden des S8-Fahrens und
tatsächlich ist der Donky mit Dach gehisst und Türen montiert auch
relativ wetterfest.
Unser Donkervoort S8 ist natürlich ab
Service & MFK, wurde damals von «Kumschick» ausgeliefert und
überzeugt durch seine gediegene, klassische Anmutung, ein gepflegtes
Erscheinungsbild und eine makellose Technik. Heute schon ein Klassiker,
mutiert der Donky in einigen Jahren zum echten Veteranen und bei
pflegender Haltung begnügt sich so ein Fahrzeug mit Unterhaltskosten
die sogar ein Motorrad erröten lassen. |