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Jahrgang

1988

  Hubraum 1993 ccm

Zylinder

4 in Reihe OHC   Getriebe 5-Gang

Interieur

Leder beige   PS 118
Tacho-Stand 38'000 km   Preis CHF 32'500.-
StandortObfelden   Kontakt079 229 88 71


Unter den vielfältigen Lotus Super Seven Derivaten gelten diejenigen von Donkervoort und Caterham als die anerkanntesten und insbesondere der S8 wie es der hier Angebotene einer ist, entspricht in seiner technisch und optischen Ausgestaltung noch stark dem Original.

Wie wohl alle Super Seven Derivate basieren auch die Donkys auf einem Rohrrahmen-Chassis welches von einer knapp geschnitten Kunststoffhaut umgeben ist. Der Fahrzeugboden wird mit Alu beplankt, darauf werden 2 Ledersitze befestigt und dann sind da noch 4 überbreite Felgen Marke Revolution, ein Motor, ein Getriebe, etwas Achse, Antrieb und Federung - fertig sind 600 kg Auto. Mehr ist zuviel und Puristen würden schon die Kopfstützen, die Rollgurte und die aufpreispflichtige Heizung als absolut unnötigen Luxus abtun. Nicht zu unrecht, denn in der Tat ist die Sitzposition im Super Seven in etwa gleich wie in einen Schraubstock eingespannt zu sein, was auch notwendig ist, denn die Querbeschleunigungskräfte welche diese Autos aufbauen - so denn ein geübter Fahrer am Desserteller-grossen Lenkrad dreht - sind legendär und unerbittlich. Einmal mehr hier wieder die Metapher vom Go-Cart Gefühl, denn kein anderes, uns bekanntes Fahrzeug lenkt so direkt ein, verfügt über einen so tiefen Schwerpunkt und gleichzeitig über eine - im Verhältnis zu den restlichen Abmessungen - derart breite Spur wie ein Super Seven.

Das Fahren in solchen Autos gehört zum Ultimativsten das auf auf 4 Rädern erlebt werden kann. Das bezieht sich nicht nur auf das direkte Lenkverhalten oder die harte aber ehrliche Art Unebenheiten der Strasse an Fahrer und BeifahrerIn weiterzugeben, sondern auch auf den Eindruck ab Tempo 80 irgendwie nicht mehr richtig atmen zu können, denn der Fahrtwind, wohl von der kleinen Windschutzscheibe gut verwirbelt, zwängt sich ab Landstrassengeschwindigkeit relativ ungehemmt und in spontan auftretenden Böen ins Cockpit und verursacht dort einen lustigen Umkehrstrudel, so dass einem im wahrsten Sinne des Wortes der Atem wegbleibt. Doch genau hier beginnt der Spass, vor allem im Winter... dick eingepackt mit Lederhaube, Fliegerbrille und langer Unterhose - diese selbstverständlich unter dem normalen Beinkleid - kann man sich wieder mal so richtig kindisch fühlen. Man wählt einen ruhigen, trockenen Sonntagmorgen, sucht sich Strassen der 3. Ordnung aus, rechnet genügend Zeit ein - am besten gibt man zu Hause auch keinen konkreten Rückkehrtermin an - und schon ist ein Tag voller Wonne so sicher wie Zopf und Gipfeli zu Hause auf dem Frühstückstisch. Sie haben die Wahl!

Ein solches Fahrzeug ist nicht alltagstauglich, da soll sich niemand falsche Vorstellungen machen. Ein Super Seven ist Spielzeug, Zweit, Dritt- oder Viertwagen, Sportgerät und was auch immer der Besitzer hinein projeziert - in jedem Fall aber ein feine Sache. Alles ist überschaubar, leicht, verständlich und auch zu sehen, nichts bleibt verborgen und irgendwie hat man immer das Gefühl den Seven anfassen zu wollen.

Und nun noch einige Infos zur Technik. Das Fahrwerk mit sauber konstruierter Vorderachse stammt von Donkervoort selbst und ist ein bewährtes Stück Ingenieurschaffen, der Motor des S8 kommt von Ford, ein 2 Liter OHC Triebwerk von einem klassischen Weber-Doppel beatmet. Die rund 118 PS haben leichtestes Spiel mit den 600 kg Leergewicht und dank der ultrazackigen 5-Gang Schaltung ist die Beschleunigung mehr als beeindruckend, auch wenn es nominal nicht so aussieht. Die Fahrleistungen entsprechen in etwa denjenigen eines Porsche Carrera RS (1973, Touring Ausführung, 210 PS bei 1100 kg). Die vier-in-eins Auspuffanlage verkündet übrigens relativ ungehemmt aber selbstverständlich eingetragen von den Freuden des S8-Fahrens und tatsächlich ist der Donky mit Dach gehisst und Türen montiert auch relativ wetterfest.

Unser Donkervoort S8 ist natürlich ab Service & MFK, wurde damals von «Kumschick» ausgeliefert und überzeugt durch seine gediegene, klassische Anmutung, ein gepflegtes Erscheinungsbild und eine makellose Technik. Heute schon ein Klassiker, mutiert der Donky in einigen Jahren zum echten Veteranen und bei pflegender Haltung begnügt sich so ein Fahrzeug mit Unterhaltskosten die sogar ein Motorrad erröten lassen.